Elektroauto Nio Eve China William Li

Nio Eve

Elektroauto Konzeptvergleich

Nio Eve vs Tesla

Mit William Li und Elon Musk stehen sich bei den Elektroauto-Firmen Nio und Tesla zwei Technische-Giganten gegenüber. Elon Musk – Seriengründer, Techniknerd und Visionär für eine bessere (frei von Emissionen) Umwelt, auf der einen Seite. Sein Werdegang von Paypal, über Tesla bis hin zu SpaceX ist schon eher bekannt. William Li ist als Unternehmer kaum weniger interessant. Der 42-jährige stammt aus einem Bergdorf in der Provinz Anhui, China. Bis heute hat er etwa 40 Unternehmen gegründet. Er ist ein klassischer Internetmillionär, wie auch Elon Musk. Allerdings ist er in der Autobranche noch neu. Aber Nio und der Nio Eve ist nicht sein erstes Automobilunternehmen, welches Elektroautos entwickelt und in Serie herstellen möchte. Vor drei Jahren gründete er die Firma NextEV. Nio ist erst fünf Monate alt, doch schon 2000 Mitarbeiter arbeiten in einem Entwicklungszentrum in Shanghai, einem Designstudio in München und einem Softwarelabor im Silicon Valley am Tesla Challenger der Zukunft. Sowohl Elon Musk als auch William Li arbeiten demnach an Technik bzw. Softwarebasierten neuen Geschäftsmodellen, um das Auto der Zukunft auf die Räder zu stellen.

 

Tesla Motors vs Nio „Der blaue Himmel wird kommen“

Nio bedeutet übersetzt „der blaue Himmel wird kommen“. Eine Metapher auf die Smog belasteten Chinesischen Megacities. Mit dem Elektroauto möchte Herr Li den Chinesischen Mitbürgern endlich mal die Chance auf einen blauen Himmel über ihren Städten geben. Ob es soweit kommen wird? Während Tesla Motors die gesamte Entwicklung, Produktion, den Verkauf und die Wartung selbst übernimmt, hat sich Nio auf den Anfang und das Ende des Geschäfts mit Elektroautos verlegt. Die Entwicklung und der Vertrieb stehen im Businessplan der Chinesen. Die Produktion wird zum chinesischen Massenhersteller JAC ausgelagert. Dadurch verspricht sich Li und sein Team weniger Probleme, wie sie etwa Faraday Future den Start verderben. Und sie umgehen Qualitätsprobleme und Anlaufschwierigkeiten, wegen denen Tesla mit der Auslieferung des Model X zu kämpfen hatte und das Model 3 immer wieder verschieben musste. Der teure Teil der Verwertungskette obliegt also einem externen Risiko. Das könnte sich als ein Vorteil gegenüber Tesla herausstellen. Möglicherweise ist es langfristig aber auch ein Nachteil, denn ein zweiter Akteur muss somit mitverdienen und es könnten Abhängigkeiten entstehen. Nio startet zunächst 2018 mit der Produktion und Auslieferung in China und zwei Jahre später in den USA. Europa soll frühestens 2025 an der Reihe sein.

 

Nio Eve – Vorgeschmack auf die Serienversion

William Li hat schon bewiesen, dass seine Ingenieure wissen, was sie tun. Das NextEv-Team gewann 2015 die erste Weltmeisterschaft in der Formel E. Und mit seinen über 1300 PS hat der EP9 die Nordschleife des Nürburgrings schneller umrundet als jedes andere Elektroauto zuvor. Kurz darauf – auf dem Formel-1-Kurs in Austin – hat das Team den Geschwindigkeitsrekord für autonome Fahrzeuge gebrochen. Und jetzt kommt also Eve als erster Vorgeschmack auf die Serienversion, die auf der Automesse in Shanghai Weltpremiere feiert. Ein Lounge-artiges Fahrzeug mit sechs Plätzen. Aber dieses Auto ist so gar nicht auf den Fahrer zugeschnitten, wie traditionelle Vehikel.

 

Nio Eve – Technische Daten

5,20 Meter lang ist Nils Eve. Das Fahrzeug hat einen sehr langen Radstand von 3,52 Meter, was dem Innenraum und Platzangebot zugute kommt. Außerdem hat Eve dadurch extrem kurze Überhänge vorn und hinten. Die Räder sind sehr hoch und schmal, in den technischen Daten steht die Reifendimension 195/40 R26. Die Breite der Studie beträgt 2,10 Meter, die Höhe 1,51 Meter. Alle vier Räder werden elektrisch angetrieben, über die technischen Daten und Anzahl der Motoren gibt es derzeit noch keine Angaben. Die Reichweite soll über 1.000 Kilometer betragen. Eine drahtlose Aufladung von zehn Minuten soll für rund 300 Kilometer Reichweite genügen. Doch in ähnlicher Form haben diese Daten uns auch schonmal über Tesla erreicht. Dort arbeitet man unter Hochdruck an gleichwertigen Elektroautos.

 

KI – Künstliche Intelligenz im Nio Eve

Funktionen wie Klimatisierung oder das Infotainment können die Passagiere über Touchcontroller ansteuern, die zum Beispiel im Sitz eingelassen sind. Ein HEadup-Display gibt es in der Windschutzscheibe, sie dient auch als Projektionsfläche für Augmented Reality. Dort werden unter anderem Informationen zur Umgebung eingeblendet. Fahrer und Beifahrer lesen Informationen auf einem Bildschirm unterhalb der Windschutzscheibe. Herzstück des Bediensystems ist mit Namen „Nomi“ eine künstliche Intelligenz. Der Fahrstil oder die bereitgestellten Informationen können auf die Bedürfnisse der Passagiere angepasst werden. Auch nach außen kommuniziert Eve, wie zum Beispiel die von Mercedes gezeigte Studie F015 (ich will immer schreiben: F 08/15, kleiner Scherz) mit Leuchten an der Front. Aber das wird sicher auch der nächste Tesla können. Elon Musk hat ja schon für dieses Jahr einen Tesla LKW angekündigt, ein Truck wird zeitnah auch noch folgen. Wir dürfen also weiter gespannt sein wie ein Elektro-Flitzebogen.

 

Elon Musk – One Step ahead

Und im nächsten Schritt trennt sich die Technische-Milliardärs-Spreu vom William Li-Weizen. Denn Elon Musk hat einen viel weiter reichenden Masterplan als nur Elektroautos zu bauen und zu verkaufen. Das Elektroauto ist nur ein kleines Bauteil im großen Masterplan 2 von Elon Ironman Musk. Das E-Auto ist nur der Entwicklungsträger, um seine Batterien zu erproben. Denn beim Gas geben und Bremsen wird besonders viel Energie aus dem Akku abgerufen und wieder hinein gespeichert. Das lässt den Akku besonders schnell altern und die Daten sind Gold wert bei der Entwicklung neuer Batterietechnologien. Mit der Gigafactory hat er die größte Produktionsanlage der Welt gebaut, um leistungsfähige Akkus zu fertigen. Auch für die Fahrzeuge von Tesla Motors und in Zukunft bestimmt auch noch für andere Abnehmer. Doch die Akkus werden auch noch als Powerball für Gebäude vertrieben. Und da ist Tesla nun schon mehr als ein Auto-StartUp. Musk treibt nicht weniger als eine Energiewende um. Die Entscheidung Solarcity zu übernehmen – einen Energie-Versorger aus dem Solarbereich offenbart und zeigt die Strategie. Weg vom zentralisierten Energie-Erzeugungssystem von Kraftwerken, hin zu dezentralen autonomen Haushalten mit Solarpaneels auf dem Dach, einer Powerwall in der Garage und einem Tesla daneben.

 

Tesla ist seiner Zeit voraus

Tesla ist keine Bedrohung für die Automobilindustrie. Es geht auch nicht um die Frage: Verbrenner oder Elektroauto. Tesla wird eine Batteriefabrikant und Versorger werden. Es ist eher eine Herausforderung für die Energiegiganten, die sich heute noch langsam bewegen. Tesla hat die Autowelt aufgerüttelt. Das ist kein schlechter Move, war vielleicht auch ein Ziel, aber nicht das Hauptziel der Vision von Elon Musk. Seine One Company-Strategie ist gewagt. Fehler könnten das Vorhaben jäh beenden. Da könnte William Li mit seiner ausgelagerten Produktion einen erheblichen Teil des Risikos mit out-gesourced haben. Elon Musk und William Li sind zweifelsohne beiden bemerkenswerte Tech-Visionäre. Doch in den USA scheint der Traum noch grenzenloser geträumt zu werden.

 

Nio Eve Vision Car Fotos

 

Nio Eve Vision Car