Audi RS3 2015

Audi RS3 Sportback 2.5 TFSI

Audi RS3 2015

Audi RS3 2015 –  Auf Krawall gebürstet

 

Um eins vorweg zu nehmen: Das absolute Highlight an diesem Audi RS3 Sportback ist und bleibt sein Motor! Fünf Zylinder, welche die Marke Audi 1983 aus dem Tal der Gewöhnlichkeit katapultiert und die sportlichen Erfolgs-Jahre eingeläutet haben. 2.480 Kubikzentimeter Hubraum verteilt auf fünf Töpfe, und per Turbolader unsanft mit 1,3 Bar

unweigerlich anfallender Abgase erheblich unter Druck gesetzt. TFSI (Turbocharged, bei Biturbos Twincharged Stratified Fuel Injection) ist das Zauberkürzel. Die Leistung: 367 PS. Null-Hundert-Wert: 4,3 Sekunden. Da kann es schon passieren, dass dem Fahrer mal ganz kurz der Proll durchgeht (ok, ich oute mich). Besonders dann, wenn als Option die Sport-Abgasanlage (850,- Euro) am Heck ordentlich Rabatz macht. Und wer dazu noch (im Dynamic-Modus des adaptiven Fahrwerks voreingestellt, knapper Tausender extra) die Klappen im Endrohr öffnet, dem sind die Blicke der Passanten in der näheren Umgebung sicher. Das dargebotene Sounderlebnis ist grandios und erinnert schon etwas an das Sounddesign eines Lamborghini Huracan, wenngleich die Abstufung aus Konzern-Strategischer Sicht deutlich ausfällt. Also nennen wir den Audi RS3 Sportback liebevoll Kompakt-Lambo. Sounderlebnis gefällig?

 

Der Audi RS3 2015 auf dem Racetrack in Vallelunga

 

asS – Bad Ass Audi RS3 2105

 

Betört vom Klangerlebnis der fünf Tenöre die vom Endtopf unverklappt gerne auch mal zu einem veritabel grölenden Stadion-Chor werden geht die Fahrt durch die Italienischen Auen. Dadurch könnte der Audi RS3 fast schon über einen kleinen Nachteil hinwegtäuschen. Nach den ersten Kilometern Testfahrt herrscht komischerweise Ratlosigkeit. Großes Mhhhh. Aber erst mal positiv beginnen. Kritik verdaubar verteilen.

Getestet wurde, auf den vom italienischen Winter hart verprügelten Landstraßen, und auch auf dem nördlich von Rom gelegenen Rundkurs Autodromo Vallelunga. Und genau da wollte der kompakte Krawallbruder nicht so recht überzeugen. Und es hat einige Zeit in Anspruch genommen darüber nachzudenken warum. Denn, keine Frage, die Audi Ingenieure haben einen sehr guten Job gemacht. Allerdings sei angemerkt, dass sich auch Qualität in mehrere Bereiche teilen lässt. Die „Showroom-Qualität“ allerdings (also der erste Eindruck wie Haptik, Fugen-Maße, usw.) ist derzeit absolut Standard in der Premium-Umwelt. In Punkto „Langzeit-Quali“ muss sich auch der neue Oberkrawall-Ableger des Audi A3 allerdings noch beweisen. Dann wird sich zeigen, ob sich „Show and Shine“ auch in erhebliche Restwerte transferieren lassen.

 

Audi RS3 2015 – Optik

 

Ebenso überzeugt der Audi RS3 2015 Sportback rein äußerlich: optisch klare Kante, rattenscharfe LED-Scheinwerfer-Graphik und per Optikpaket (beim Testwagen: Optikpaket „Schwarz“ für 650,- Euro zum Nardograuen Lack (Serie) in Stealth-Kampfoptik (schon wieder diese Analogie zu Lambo). Der Kompaktknaller schielt meiner Meinung nach immer noch stark nach oben im Konzern. Der hat wohl noch einiges vor.

Doch zurück zum Aber. In vielen Punkten kann der Audi RS3 Sportback definitiv überzeugen. Allein das Konzept: Fünfzylinder, Quattro-Antrieb und kompakte Abmessungen verkörpern die bis heute absolut sportlichen Kernwerte der Marke. Und gemessen an genau diesem hohen selbst gesetzten Maßstab setzt das Aber an. Sound: Extrem gut! Quali: Benchmark! Aber: unter sportlich dynamischen Gesichtspunkten packt mich der Audi RS3 ehrlich gesagt nicht so atemberaubend bei den Cochones, wie es der soundtechnische Anfangsverdacht vermuten ließe (Analogie zum primären Geschlechtsteil des Lambo-Wappentiers bitte dazu denken).

 

Dry – Audi RS3 2015 trocken betrachtet

 

Liegt es daran, dass durch die marketingtechnische Anlehnung an den „Audi S1“, den „Sport-Quattro“ und die „Kurzen“ (Radstandverkürzte Homologationsvariante des Ur-Quattro) die Erwartungen einfach zu hoch sind? Audi hat extra vier wunderschöne Exemplare des „kurzen“ zur Strecke nach Vallenlunga mitgebracht. Emotional hat das absolut gewirkt. Aber: Erwartungs-Management mit einer gesunden Portion Realismus soll ja bekanntlich vor zu großen Enttäuschungen bewahren. Egal – zurück auf die äußerst realistische Rennstrecke.

Lounch-Control aktiviert: (für alle Hobbypiloten: Dynamik Modus an, ESP aus. Gas/ Bremse gleichzeitig betätigen bis die Drehzahl bei knapp viertausend Touren steht und die Endrohre durch erwartungsvolles Prötteln Einsatzbereitschaft signalisieren.

Der Streckenposten an der Boxenausfahrt schwingt die Flagge – Bremse flutschen lassen. Los geht´s. Der Antritt passt, wenngleich im Antrieb eine Drehmoment-Umverteilung (Hallo Haldex: Einsatz. Jetzt!) vonstatten geht. Beim Vorgängermodell konnte der Kupplungsteil zur Hinterachse ja abgekoppelt werden. Beim neuen Audi RS3 (Schön Air-Ass-Dry lesen) entsteht für einen Bruchteil von Sekunden Schlupf an der Hinterachse. Wheelspin beim Anfahren. Nennen wir es mal eine Haldex-Schnapp-Gedenk-Zehntel. Greift das System, gibt’s im Kompakt-Katapult nur eine Richtung. 465 Newtonmeter verschmelzen die 255er Schluffen vorne (hinten 235mm) unsanft zu einem neuen Gummi-Teer-Element. Eine Einheit, die Gaskranken und beim tanken heimlich Super Plus-Schnüfflern reine Freude beschert. Die vom Werk angegebenen 4,3 Sekunden auf Hundert Km/h scheinen zu stimmen. Rein subjektiver Eindruck ist: der könnte sogar noch besser gehen. Bin mal gespannt auf die Sport Auto-Kollegen und den Gewissheit gebenden Supertest.

Der Audi RS3 2015 Sportback fliegt die kleine Kuppe hoch und auf die erste Kurve zu. Eine rechts-links-Kombi. Flott zu nehmen, aber Linie beachten. Nur kurzes Anbremsen nötig. Keramik-Scheiben vorne (370 mm, 5 bis 6.000 Euro, Länderspezifisch) packen beherzt zu, könnten aber noch etwas mehr Temperatur gebrauchen. Aber erst mal kommt die elektromechanische Progressivlenkung zum Einsatz. Progressiv bedeutet: je größer der Lenkeinschlag, desto größer der Lenkwinkel. Überproportional steigender Lenkwinkel durch eine engere Verzahnung des Lenkgestänges. Und das Ganze wird geschwindigkeitsabhängig elektronisch unterstützt, mit beispielsweise weniger Servo-Support im gerade aktivierten Dynamikmodus. Beim Einlenkverhalten gibt’s nichts zu meckern. Präzise, willig und mit gutem Feedback schwingt der 1595 Kilo-RS-Koffer in die Kurve.

Kurzes Zwischenstück – wieder voll auf dem Pinsel. Auch Richtung 200 Km/h geht’s flott und mit guter Sounduntermalung auf die nächste Kurve zu. Serienmäßig wird der RS3 bei 250 Km/h elektronisch eingebremst. Für 1.500,- Euro extra kann der geneigte Zwischensprint-Spezialist bis 280 Km/h auf dem Pinsel stehen. Mal wieder mit unfreiwillig später Verzögerungstaktik unterwegs. Den Bremspunkt knapp verpasst, aber egal. Die Karbon-Keramik-Scheiben vorne (Richtig. Hinten bleibt das Blech) verhindern zuverlässig den sonst unverhofft folgenden Offroad-Test in leicht kiesigem Gelände. Im Mittelteil des Rings sind noch ein paar engere Kehren zu nehmen. Doch in genau denen macht sich die Frontmotor-Frontantriebs-Architektur der Basis bemerkbar. In Form von Untersteuern. Da konnten die Quattro-Quälixe beim RS dann im Nachhinein auch nichts mehr daran ändern. Trotzdem ist es auch bei diesem Audi RS3 schön zu spüren, was die Audi-Abstimmungsingenieure den Modellen wieder antrainieren. Heckdynamik in Form eines mitlenkenden Bürzels ist ausdrücklich wieder erwünscht. Und auch die elektronische Traktionskontrolle trägt ihren Teil dazu bei. Sanft und nur im äußersten Notfall weist das System den ambitionierten Fahrer wohlwollend in seine Schranken.

 

Audi RS3 2015 Sportback Fazit

 

Der Audi RS3 Sportback ist kein klassisches Track-Day-Fahrzeug. Aber das wollte er glaube ich auch nie sein. Der Trip auf den Ring in Vallenlunga dient eher dazu, abseits italienischer Straßen und streng schauender Carabinieri den RS-Faktor auf abgesperretem Terrain uneingeschränkt zu erfahren. Was dem kleinen Kompakt-Lambo dazu einfach fehlt ist die letztendliche Kompromisslosigkeit, die man von einem RS-Modell erwarten möchte. Dazu müsste die Fahrwerksabstimmung einfach nochmal konsequent überarbeitet werden. Und an diesem Punkt muss man das „Aber“ auch wieder relativieren.  Haupteinsatzgebiet des Audi RS3 Sportback bleibt ohnehin der Alltag. Und mit einem Grundpreis von 52.700,- Euro ist er auch eher Erst- als Zweitfahrzeug. Dafür ist der RS 3 ein sehr schöner Kompromiss nicht nur für die abendliche Heimfahrt nach der Arbeit. Da wird der Weg zum sprichwörtlichen Feier-Abend. Denn der Wagen ist definitiv ein massiver Anschlag auf unsere Straßenverkehrstechnische Integrität!

 

Hier gibts die schönsten Bilder vom Audi RS3 2015

 

Modell:

Marke
Audi
Modell
A3 Sportback
Bauzeit (Datum, Zeitraum)
von Juni 2015 bis April 2016

RS3 Motor

Motorbauart
Reihen 5-Zylinder
Hubraum
2.480 ccm
Emissionsklasse
EU6
Leistung
270 kW / 367 PS
Drehmoment
465 Nm bei 1.625-5.550 U/min

Kraftübertragung

Getriebe
7-Gang Automatik “S tronic”
Antrieb
Permanenter Allradantrieb “quattro”

RS3 2015 – Abmessungen, Gewicht, Volumen

Länge / Breite / Höhe
4.324 / 1.785 / 1.404 mm
Breite (inkl. Außenspiegel)
1.966 mm
Spurweite vorn/hinten
1.559 / 1.514 mm
Radstand
2.631 mm
Wendekreis
10,9 m
Gesamt-/Leergewicht/Zuladung
2.020 / 1.595 / 425 kg
Leistungsgewicht
4,35 kg/PS
Kofferraumvolumen
280 l
Tankinhalt
50 l

Fahrleistungen RS3

Beschleunigung 0-100 km/h
4,3 s
Beschleunigung im 4. Gang 80-120 km/h
5,8 s
Höchstgeschwindigkeit
250 km/h

Verbrauch Audi RS3 2016

Kraftstoff
Super
Verbrauch Stadt / Land / kombiniert
11,2 / 6,3 / 8,1 l/100 km
Resultierende Reichweite
ca. 617 km
CO2-Emission (kombiniert)
189 g/km
Effizienzklasse
E

2015 Audi RS3 Sportback Preise & Kosten

Kfz-Steuer
238,00 €/Jahr
Kraftstoff (25.000 km/Jahr; 1.459 €/l)
2.954,48 €/Jahr
Gesamtkosten
3.192 €/Jahr
ehm. Neupreis
53.500 €

 

 

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